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Donnerstag, 11. April 2013

Woche 7 | Dharavi: Emsiger Mikrokosmos


Diese Woche war voll und ganz dem zweiten Task, der Analyse der Nahrungsketten in Mumbai, gewidmet. Alle Gruppen sind in der Stadt herumgereist und konnten zusätzlich viele Eindrücke ausserhalb der Aufgabe sammeln. Am Samstag konnten wir die Zwischenresultate vor Jury und Klasse präsentieren.
Den folgenden freien Sonntag haben viele von uns genutzt, um weitere Eindrücke von Mumbai zu sammeln. Florian, Luca und ich haben uns für einen Besuch des Dharavi Slums entschieden.
Vom Bahnhof „Mahim Junction“ aus führt eine Fussgängerbrücke über die Gleise direkt ins Slumgebiet. Entlang den Gleisen herrschen die ärmlichsten Verhältnisse, dort wohnen die Neuankömmlinge in Zelten oder im Freien inmitten von Müllbergen. In diesem Gebiet wurden wir regelrecht von bettelnden Kindern belagert.
Sobald man sich aber ein par hundert Meter ins Innere des Slums bewegt, ändert sich das Bild komplett. Als wir in den industrielleren Teil von Dharavi kamen, wurden wir von emsigem Treiben überrascht, das Leben scheint organisiert und geordnet abzulaufen. Wiederverwertbares wird in Dharavi gesammelt, sortiert und wieder weiterverkauft. Viele gingen trotz Sonntag ihrer Arbeit nach, freie Tage scheint es in Dharavi nicht zu geben.
Die engen Wohn- und Geschäftsstrassen sind beeindruckend, die Häuser teilweise weniger als zwei Meter breit. Die Gässchen zwischen den Häusern sind teilweise nur so breit, dass man beinahe seitwärts gehen muss.
Im unteren Stockwerk vieler Häuser befinden sich Läden und Werkstätten, im Obergeschoss winzige, über Leitern zugängliche Wohnungen. In diesen Strassen haben wir einige interessante Gespräche führen können, zum Beispiel mit einem Mann, der tagsüber Privatchauffeur für einen Geschäftsmann ist, sich aber trotzdem nur eine kleine Wohnung in Dharavi leisten kann.
Als wir mitgebrachte Süssigkeiten an Kinder verteilten, kamen auch Erwachsene auf uns zu. Dass diese dann am meisten Freude an Bonbons und Kaugummis hatten, war berührend und sagte uns einiges über die Armut in diesem Gebiet aus.

Hachen Andreas 

 





 

 

 

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