IN:CH Studio

IN:CH is a transcultural and interdisciplinary organisation, which aims to bring positive changes through design and innovation to all strata of the society. Our strength comes from both the Indian and the Swiss cultures.

Sonntag, 9. März 2014

WOCHE 3 | Ahmedabad, abends angenehm kühl und tagsüber erträglich heiss

Obwohl wir erst eine Woche in Ahmedabad verweilen, kommt es mir vor, als ob unsere Ankunft schon eine Ewigkeit her ist. Das liegt sicher zum einen daran, dass wir interessante Exkursionen mit Professor Yatin Pandya unternehmen, bei denen wir den ganzen Tag unterwegs sind und sehr viel sehen und erleben.
Für mich war die Besichtigung des IIM von Louis Kahn sehr eindrucksvoll gewesen. Zwar hat mich während den Vorlesungen in der Schweiz dieses Gebäude schon immer beeindruckt. Aber das war nun ein Erlebnis, das keine Vorlesung der Welt ersetzten kann, egal wie schön die Bilder in den Powerpoint Präsentationen sind. Denn erst vor Ort spürt man wirklich die Dimensionen, Konstruktion und Materialisierung. Dazu kommen noch die (zwar etwas langen) Erläuterungen von Professor Yatin Pandya hinzu, was das ganze nochmals spannender macht; sei es nun auf dem Campus, in unserem kleinen Vorlesungsraum oder in einem Treppenhaus. Über etwas muss ich immer schmunzeln: Es scheint so, als ob der Professor Angst hat, dass uns die Energie während den Exkursionen ausgeht. Meistens kauft er uns nach zwei bis drei Stunden Erfrischungsgetränke oder Snacks. Vielleicht ist es aber auch die indische Gastfreundschaft, die wir schon des Öfteren erleben durften. Wir werden nämlich oft von fremden Leuten zum Tee eingeladen. Diese Ehre verdienen wir uns meistens damit, indem wir unsere Namen und Nationalität verraten und Ihnen Fragen über die Schweiz beantworten. Ich habe festgestellt, dass viele Inder sehr neugierig sind, was das Leben ausserhalb ihres Landes betrifft; und dies meist ohne Vorurteile! Jedoch fühlen sich manche vor den Kopf gestossen, wenn sie erfahren, wie viel Fleisch wir essen. Sehr viele Inder sind nämlich Vegetarier. Aber nie wird man unfreundlich behandelt. Denn eine ältere Dame, die ich bei einem Dorfrundgang getroffen habe, erklärte mir bei einem Tässchen Tee, sie möchte, dass wir Ausländer mit einem guten Bild von Indien abreisen. Schwer wird mir das bestimmt nicht fallen.
Den Sonntagsmarkt haben wir hier in Ahmedabad auch besucht. Es waren so viele Menschen unterwegs, dass ich mich fast nicht in die Menge getraut habe. Aber erstaunlicherweise kam man immer vorwärts, egal wie gross die Menschenmasse ist. Man kommt sich vor wie ein Fisch, der sich durch die Masse windet. Der Markt war voller Farben und das Angebot reichte von schillernden Kleidern über glitzernden Schmuck bis hin zu verschiedensten Gewürzen. Ich wusste gar nicht, wo ich hinschauen sollte! Hinzu kommt noch, dass man aufpassen muss, wo man hintritt (unebener Boden, Spucke und verdächtige Pfützen). Aber ein Erlebnis war es auf jeden Fall.
Noch ein paar Worte zu unseren neuen indischen Kommilitonen: Ich bin positiv überrascht, wie gut sie fliessend englisch sprechen können. Ich bin nun diejenige, die wahrscheinlich mehr Mühe damit hat. Auch wurde ich sofort von ihrem offenen und humorvollen Charakter in den Bann gezogen. Pünktlichkeit scheint jedoch nicht ihre Stärke zu sein. Obwohl ich das schon im Voraus wusste, ist es jedesmal für mich doch eine ziemlich schwere Geduldsprobe. Doch die Zusammenarbeit ist für mich eine wertvolle Erfahrung.

Text & Bilder von Catherine Tran, März 2014
















 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen