Die
erste Indienwoche ist schon vorbei. Die Tage in Cochin und Wayanad sind wie im
Flug vergangen und haben fantastische Eindrücke hinterlassen. Einige meiner
Vorurteile gegenüber Indien haben sich bestätigt, andere jedoch wurden komplett
untergraben.
Schon
die Fahrt vom Flughafen zum Hotel bot uns Insassen reichlich Spektakel. Auf
indischen Strassen gibt es keine Rushhour, denn das Chaos ist der
Normalzustand. Der Taxifahrer war sehr reaktionsschnell und verstand sich sehr
gut darin, die Hupe zu malträtieren.
Die
Freundlichkeit, die Ausstrahlung und die Lebenseinstellung sind
unbeschreiblich. Wer hier Berührungsängste hat ist definitiv am falschen Ort,
denn die Menschen hier in Südindien begegnen dir offenherzig und betteln
förmlich darum ein interessantes Gespräch zu führen und deine Geschichte zu
hören.
Die
Hygiene spielt wie erwartet in einer anderen Liga als diejenige in der fernen
Heimat. Die Aufgabe der Müllabfuhr besteht beispielsweise darin, Den
herumliegenden Abfall aufzuhäufen um in danach in Brand zu stecken. Der
„aufreizende“ Geruch der dabei entsteht hält sich hartnäckig in den Strassen
fest und ist ständiger Begleiter.
Die
„Reaktionen“ auf das Essen fallen hingegen sehr positiv aus. So verwundert es
doch gewaltig, dass die Medikamente aller Studierenden (Immodium, Bioflorin)
noch originalverpackt in der Reiseapotheke liegen.
Einige
von uns haben sich getraut, das Mittagessen ausserhalb der Touristenviertel zu
sich zu nehmen. Als ich das Menü meiner Wahl eruiert hatte und sogleich
bestellen wollte, kam bereits ein kleiner Junge mit Reis und vielen Variationen
aus Fisch-, Gemüse- und Hühnchen-Curry. Die beiden Einheimischen, welche wir
kurz zuvor kennengelernt hatten und uns sofort zum Essen einluden, begannen die
Speisen mit ihren blossen Händen auf unsere Teller zu werfen und forderten uns
zum Essen auf. Gegessen wird in Indien nur mit der rechten Hand. Es ist
unfreundlich mit der linken Hand zu essen oder jemandem etwas zu übergeben.
Text & Bilder von Jeremias von Weissenfluh, Februar 2014






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