Diese Woche schenkten wir Indien zeitweise
nur kurz unsere Gesichter. Mit Ausnahme von einem „kurzen“ (sofern man dieses
Wort in Indien überhaupt gebrauchen darf) Ausflug nach ‚Deonar‘ hiess es die
gesamte Woche über ‚Working Studio‘. Mangels Internet in unserer indischen
Partnerschule, verbrachten wir unsere Arbeitszeit auf diversen Sofas, Betten
und vereinzelten Stühlen. Zeitweise etwas chaotisch, laut und heiss. Wir versuchten
alle die diversen gesammelten Informationen zu digitalisieren, auf einem
Analyseplakat zu sammeln und gemeinsam zu diskutieren – nicht immer einfach,
wenn in einem 4er-Zimmer plötzlich 12 Personen arbeiten.
Am Mittwochabend kamen besonders die
Schweizer Architekten auf ihren Hochgenuss. Valerio Olgiati kam zu Besuch!
Sofort wurden Rupees gegen ein paar Zugtickets getauscht und freudige zwölf
Gesichter nahmen die etwas längere Zugreise in den Süden Mumbais auf sich. Der
Vortrag, begleitet von herrlichem „Schweizer-Englisch“ und kritischen Fragen von
den indischen Besuchern gegenüber dem Werkstoff Beton, war aufschlussreich und sehr
interessant gestaltet. Jeder kam auf seine Kosten und am Ende konnte heftig
über gewonnene Erkenntnisse diskutiert werden.
Des Weiteren bot uns der Ausflug nach ‚Deonar‘
am Donnerstag eine besonders beeindruckende Szenerie. Trotz der bereits unzähligen
Abfallbilder in unseren Köpfen, übertrumpften die rund 55m hohen Müllberge der
Hauptsammelstelle ‚Deonar‘ unsere kühnsten Vorstellungen. Nach etwa 1.5 Stunden
(und gefühlten zehn Stunden) Wartens, hatten wir die Möglichkeit auf einen der vielen
Müllberge zu klettern (inklusive geglückter Spionagefotos trotz Verbot des „Hochsicherheitspersonals
der Abfallberge“).
Eine stressige, jedoch geglückte Woche mit
einzelnen Highlights. Wir streben dem Ende von Mumbai entgegen und sind in
freudiger Erwartung auf die individuelle Fokuswoche!
Text & Bilder von Michelle Mosimann

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