IN:CH Studio

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Sonntag, 23. März 2014

WOCHE 5 | TURBULENZEN IM FARBENSTAAT

Diese Woche war eine der turbulenteren. So Einiges hat sich ergeben und die unzähligen Erlebnisse in Indien sind ein bisschen weiter in die ‚Unvergesslichkeit‘ unserer Erinnerungskiste gerückt. Einerseits mal lief die erste grosse Abgabe über die Bühne. Aufgrund eines strikten Masterlayouts wurde den Studenten so einiges an Energie und Durchhaltevermögen abverlangt. Es musste viel interdisziplinäre Gruppendiskussionen geführt werden um eine durchgehend einheitliche Matrix zu erhalten. Andererseits ergaben sich „interessante“ Zwischenfälle mit dem Datenaustausch zwischen etwa ArchiCAD 16/17 und AutoCAD 2014. Zum eigenen Amüsement entstanden solche „Wirrheiten“ selbstverständlich stets, je näher der Stundenzeiger gegen Mitternacht rückte. Dennoch konnte dank eines gelungen Gruppenhomomorphismus‘ eine relativ aufeinander gruppenabgestimmte Matrix zusammengefügt und abgegeben werden, bei welcher „kaum“ nachträgliche Änderungen vorgenommen werden mussten.


Der Stress konnte jedoch durch das lang erwartete Holi Festival, das Fest der Farben, etwas abgebaut werden. Dazu will ich nun gar nicht allzuviel Worte verlieren, da dieses Spektakel kaum in Worte gefasst werden kann. Entweder man erlebt es selbst oder es ist und bleibt bloss eine Geschichte aus einem weit entfernten Land. Soviel ist zu sagen: Jede Menge Farbpulver in kleine Säcke abgepackt, literweise Wasser von allen Seiten, inklusive von oben und die Kombination von diesen Farbpigmenten und der Feuchte ergeben wunderbare Muster auf Kleidern und Haaren, welche man noch lange Zeit danach begutachten und geniessen kann.



Danach stand der Transfer von Ahmedabad, der wahrscheinlich „trockensten“ Stadt der Welt, nach Mumbai bevor. Nach einer rund 10 stündigen Fahrt in einem Sleeper-Wagon wurde die farbige  Stadt erreicht. Man kroch auf allen Vieren aus dem Zug, geschlagen von der misslungenen Anstrengung zwei, oder zumindest ein Auge zu zukriegen, in einem Stahlkäfig auf Schienen, welcher einem bei jeder Unebenheit - und davon gibt’s in Indien jede Menge - ans Nachbarbett hoch schleuderte. Nun konnte es nur noch bergauf gehen. Als sich bei der Ankunft des Cars jedoch eine riesige Aufschrift namens „DESTINY“ abdruckte, wurden - zumindest ironische - Zweifel wach, ob es nun wirklich bergauf ging. Doch auch hier stand das Schicksal auf unserer Seite, sowie bisher auch. Nie wurde ein Flug, Zug oder sonstiges Beförderungsmittel verpasst oder uns sonst in anderweitige Schwierigkeiten gebracht.


So starteten wir nun auch das neue Abenteuer am KRVIA- Kamla Raheja Vidyanidhi Institute for Architecture and Environmental Studies”, mit welchem wir die nächsten drei Wochen zusammenarbeiten werden. Wir freuen uns zudem, nach Gujarat, auf den Staate Maharastra, den neuen „nicht-trockenen“ Bundesstaat mit einem kühlen Bier.

Text & Bilder von Valério Schreier 



Verschnaufpause nach dem Holi Festival, mit: Einheimischer Herrn,

       Jeremias von Weissenfluh, Kevin Siegl und Valério Marco Schreier

letzter Waschgang vor der Abreise mit improvisiertem Trocknungsraum


fertige Matrix als Endprodukt von sechs Gruppenarbeiten während drei Wochen

Reisecar in Mumbai mit vielversprechendem Aufdruck

angenehme Überraschung über den hohen Standard der Zimmer

Motivationsecke im Studio der KRVIA in Mumbai, unser neues „Zuhause“

erste Instruktionen des neuen Professoren- und Assistierenden-Teams

Bewältigungsstrategie gegen Heimweh: «Traditional Cheese Fondue»


die Skyline von Mumbai mit der „Bandra - Worli Sea Link“-Brücke vom
Bandra Fort aus gesehen

Gruppenfoto in einem Amphitheater am Bandra Fort, Mumbai
 

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