IN:CH Studio

IN:CH is a transcultural and interdisciplinary organisation, which aims to bring positive changes through design and innovation to all strata of the society. Our strength comes from both the Indian and the Swiss cultures.

Sonntag, 18. Mai 2014

WOCHE 13 | BAUBEGINN

Der Wochenstart nach den drei freien Tagen wurde durch unterschiedliche Erwartungen geprägt. Eine Gruppe reiste nach Mysore ab um dort einen Slum aufzubauen. Andere Gruppen überarbeiteten nach der Zwischenreview ihre Projekte vor, zwei Ingenieure rechnen an ihren Thesen weiter, ein Ingenieur macht Materialversuche im Dschungel um Wayanad und bei unserer Gruppe steht der Baubeginn an. 

So machten wir uns am Montagmorgen mit einem Taxi auf die ca. einstündige Reise an den Stadtrand von Bangalore. Unser Projekt “Waste Garden” zeigt auf einer 4ha grossen Parzelle wie mit Abfall, organisch - anorganisch, umgegangen werden kann. Unsere Aufgabe bestand darin, auf rund 1000m2 eine Ausstellung zu entwerfen die zeigt wie im urbanen Kontext aus Abfall Gärten angelegt werden können und wie Abfall als Baumaterial eingesetzt werden kann. Um “urban gardening” zu zeigen bauen wir ein urbanes Umfeld. Die ersten von 17 Cubes bauen wir in den letzten drei Wochen des IN:CH Studios. Die Eindrücke bestätigen unsere Erwartungen. Kleinigkeiten werden zu ernsthaften Problemen und wir kommen nur schleppend voran. Doch wenn am Ende einer arbeitsreichen, schweisstreibenden Woche zusammen mit allen Beteiligten auf das Resultat geschaut werden kann, weicht der angestaute Frust dem Stolz. Und Stolz motiviert. 

Wir alle erleben Hoch und Tiefs. Hier in Indien, so scheint es mir, wechseln sie sich sehr schnell ab. So erwartete uns Jürg Grunder am Dienstagmorgen mit einer Vorlesung. Es sollte seine letzte sein. Nach einem beeindruckenden Rückblick auf die Kindheit von IN:CH und was bis jetzt daraus geworden ist kam der Schlag: IN:CH Studio ist in 21 Tagen zu Ende! Den Sparmassnahmen der BFH zu Opfer gefallen. Jahrelang aufgebaut und gepflegt und einfach gestrichen. Diese kostbaren Erfahrungen, die vielen neuen Freundschaften, die vielen Hoch und Tiefs aus denen wir so viel lernen können bleiben zukünftigen Studenten der BFH verwehrt.

Ach ja und da waren noch weitere Hochs und Tiefs: Die Wahlen in Indien am Donnerstag, der Meistertitel Pablo’s Mannschaft Athletico Madrid am Samstag, der zweite Platz von Chrigel am internationalen 10km-Rennen am Sonntag, diverse schlechte Essen mit Folgen, diverse gute Essen, ...

Text & Bilder von Jürg Bührer
















Dienstag, 13. Mai 2014

WOCHE 12 | ZWISCHENREVIEW


Und bereits starten wir in unseren letzten Monat in Indien. Nach einer eher ruhigen Woche streben wir alle auf die Zwischenreview am Donnerstag hin und natürlich auf unser lang ersehntes verlängerte Wochenende. Aber dieses musste erst hart erarbeitet werden, in allen Gruppen wurde fleissig Abfall gesammelt und zu mehr oder weniger architektonischen Kunstwerken zusammengebaut.
Machen wir eine Präsentation? Braucht es ein Plakat oder nicht? Fragen die für uns in der Schweiz schnell beantwortet sind, erschweren uns die letzten Stunden vor der Präsentation. Bis tief in die Nacht werden am Mittwochabend Modelle angefertigt um diese dann am nächsten Tag stolz der Jury zu präsentieren. Aufgrund fehlender Zeit oder Plotter werden die Plakate in letzter Minute auf A3 ausgedruckt und Präsentationen während den laufenden Präsentationen fertiggestellt.
Früh morgens (8 Uhr) beginnen die Präsentationen und diese ziehen sich durch den Vormittag. Viele interessante und faszinierende Ideen was mit Abfall alles hergestellt werden kann werden veranschaulicht. Doch kurz vor dem Mittag war es soweit und wir wurden in unser langes Wochenende entlassen.
Erst wurde vielerorts einmal ausgiebig geschlafen und danach ging es ab in die Bar. Das Programm war bei den meisten eher ruhig und bestand aus schlafen, essen, shoppen und ausgehen. Teilweise versuchte man sich auch im Sightseeing, doch der sagenhafte Aussichtspunkt im botanischen Garten entpuppte sich als Fels zwischen den Bäumen… Einzig grosses Highlight war das Cricket - Spiel am Sonntagabend. Für einige die erste Stadionerfahrung ging man mit etwas gemischten Gefühlen hin und wurde von der begeisterten Menge schliesslich mitgerissen. Leider verlor Bangalore knapp das Spiel.
Text & Bilder von Sarah Furter 









 

Mittwoch, 7. Mai 2014

WOCHE 11 | WAS GIBT ES DA ZU ERZÄHLEN?


Es war jedenfalls eine der wenigen „normalen“ Wochen hier im Mittleren Osten. Aber was heisst da normal? Der Anfangsschock ist überwunden, Reisen sind nicht mehr zu bewältigen, mit Bangalore sind wir bereits auf Tuchfühlung gegangen, Abgabe ist in vier Wochen. Zeit für ein wenig Alltag hier in der Fremde!

Und wie: Jeden Tag wird von ‚Nine to five‘ gearbeitet, am Abend gibt es ein ausgiebiges Znacht, danach eine Runde Cricket oder Fussball gespielt und je nach Laune noch eine Runde Billard in der Bar angehängt. Sie denken nun das tönt ruhig, beschaulich oder gar langweilig. Falsch gedacht! Will man zur Ruhe kommen, halten mindestens die Moskitos einem auf Trab (alles andere erspare ich Ihnen jetzt ;-)). Gemütlich zu Abend essen gehen? Nicht ohne nerv- und zeitraubende Diskussionen mit den Rikshaw-Drivern um den vermeintlich angemessenen Preis. 

Aber genug gejammert. Indien vermag einen nämlich stetig neu zu überraschen. Sei es bei der Site-Visit, wenn auf einmal Gänse und ein Stretch-Golfcart entgegenkommen. Oder man unvermittelt beim Chai-Tee um die Ecke ein nettes Gespräch führt und darauf Geschenke bekommt (in diesem Fall Zigaretten, ein Luxus sondergleichen hier in Indien) –  Ablehnen? Keine Chance!

Kurz selbst der Alltag hier vermag einen ständig neu zu überraschen und es ist eine unschätzbare Erfahrung unter diesen Bedingungen studieren und arbeiten zu dürfen.

Ps: Danke Jürg für das Znacht bei dir!

Text & Bilder von Samuel Glatthard










 

Sonntag, 27. April 2014

WOCHE 10 | PROJEKTSTART IN BANGALORE


Die Woche begann für die meisten von uns im Sitzen, denn am Montag war reisen angesagt. Aus allen Ecken Indiens trafen wir IN:CH-Studenten in Bangalore ein - nicht gerade hochmotiviert wieder  arbeiten zu müssen anstatt an der Sonne liegen zu können. Doch sollte bereits am Dienstag unsere Motivation gesteigert werden, als wir über die dritte und letzte Aufgabe in Bangalore informiert wurden. Das Projekt beinhaltet neben einer Analyse- und Planungsphase auch eine Umsetzungsphase. Das heisst, unsere Projekte sollen tatsächlich gebaut werden! Diesen Schock durften wir am Mittwoch während eines Besuches des Indian Institute of Management Bangalore (IIM Bangalore) vom indischen Architekten Balkrishna Vithaldas Doshi verarbeiten. Der Campus überzeugt besonders durch das Zusammenspiel von Campusbauten und begrünten Aussenräumen.

Noch am selben Tag besuchten wir unsere jeweiligen Standorte und trafen uns ein erstes Mal mit den „Bauherren“. In unserem Fall war dies Col Varghese, Vorsitzender der „Sena Vihar Apartment Community“. Die Aufgabe besteht darin, durch kleine Eingriffe im Abfallentsorgungssystem die Angestellten der Community zu unterstützen. Col Varghese teilte uns mit, dass für das Putzpersonal zwei Toiletten errichtet werden sollten. Anstatt jedoch umgehend Prospekte für sanitäre Einrichtungen zu konsultierten, erklärten wir Herrn Varghese unser Anliegen, erst eine umfängliche Analyse durchzuführen, um danach allfällige Verbesserungen im System vorschlagen zu können. Glücklicherweise war Herr Varghese mit diesem Vorgehen einverstanden und sicherte uns seine Unterstützung zu.

Die erste Woche endete mit einem weiteren Höhepunkt, nämlich auf dem Dach. Nach einer tollen Führung durch die Altstadt von Bangalore, lud uns Jürg Grunder zu einem Bier auf der Dachterrasse seines Büros ein, mit Aussicht auf die kommenden Wochen. 

Text & Bilder von Christian Hauswirth











Freitag, 25. April 2014

WOCHE 9 | ...IN DER FOKUSWOCHE


Wie bereits bekannt, teilte sich unsere Gruppe während der Fokuswoche auf, wobei es die meisten nach Goa, andere jedoch auch weiter in den Norden, gar in den Himalaya verschlug.  In Goa gab es einige, welche sich im weniger kommerziellen Süden niederliessen, während eine kleinere  Gruppe im nördlichen Teil residierte. Zu jener Gruppe gehörte auch ich mit einigen Freunden. Schnell hatten wir uns in unserem wunderbaren Resort eingelebt und uns wurde bewusst, dass wir in Goa einen relativ geregelten Tagesablauf erwarten durften. Meist wurde bis in den Nachmittag hinein ausgeschlafen, daraufhin machte man sich direkt auf den Weg zu einem der vielen Strände. Unterwegs wurde zu Mittag gegessen (das Frühstück mussten wir meist überspringen). Nachdem wir bis in den Abend am Strand sonnten, badeten und Fussball spielten, machten wir uns auf unseren gemieteten Rollern wieder auf den Rückweg ins Hotel. Hier mussten wir uns bereits auf unsere nächtlichen Ausflüge in eine der zahlreichen Bars und Clubs vorbereiten. Glücklicherweise konnten uns unsere indischen Mitstudierenden in Mumbai bereits mit zahlreichen Tipps und Adressen ausrüsten, so dass wir jederzeit wussten, wo wir vorzüglich zu Abend essen konnten oder auch wo wir am besten unseren Ausgang ausschweifend geniessen konnten.
Natürlich waren wir auch jederzeit bemüht, etwas Abwechslung in den geschilderten Alltag zu bringen. So suchten wir immer wieder neue Strände auf, nördlich wie auch südlich unserer Residenz. Hier fielen uns grosse Qualitätsunterschiede bezüglich Sauberkeit und/ oder der Verpflegungsmöglichkeiten auf.
Ein "kulturelles" Highlight unserer Reise in Goa bildete der Besuch des Anjuna Flea Markets, einer der grössten Märkte im Bundesstaat. Dieser findet jede Woche am Mittwoch statt und lockt tausende kaufhungrige Touristen zum stöbern und handeln an. Verkauft wird jedoch derselbe Ramsch, den man auch die ganze Woche durch in den vielen Geschäften an den Stränden kaufen kann.

Text & Bilder von Arion Katana








 

Montag, 14. April 2014

WOCHE 8 | AB IN DIE FOKUSWOCHE


Die letzte Woche in Mumbai beinhaltete noch viel Arbeit. Der Abschluss der Studie über den Abfall von Mumbai war eine anstrengende, jedoch gelungene Arbeit. Am Donnerstag mussten wir unsere Infographics auf zwei A0 vorstellen. Die Woche bestand bis zum Mittwoch nur aus Arbeit und  daraus, die vier Wände unserer Appartements anzustarren. Nach der „Final Review“, welche nach indischer Art erst eine Stunde später anfing, am Donnerstag,  gab es einen lustigen und dekadenten Abschied von Mumbai an einer Roof-Top Party in South Bombay. Am Freitag sind dann die ersten am Abend in die Fokuswoche aufgebrochen. Die Mehrheit ist nach Goa. Andere sind nach Nepal und weitere Destinationen. Die Reiseagentur, ein kleiner Stand zwischen zwei Schneidern, hat es nicht geschafft uns alle auf den gleichen Zug nach Goa zuschicken, somit mussten etwa die Hälfte am nächsten Tag Reisen.
Nach einer vierzehn stündigen Reise, sind wir am Samstagabend endlich in Goa angekommen. Die Bungalows haben Meerblick und man braucht nur wenige Sekunden bis man im warmen indischen Ozean ist. Es ist wunderschön und heiss. Jetzt wird erst mal der Kopf ausgeschaltet und gechillt.

Text & Bilder von Laura Messerli